A Hunger For God – Desiring God Through Fasting and Prayer (Hunger nach Gott – Gott durch fasten und Gebet wertschätzen) ist ein Buch von John Piper das ich schon vor ein paar Monaten gelesen habe, über das ich aber erst jetzt nach der Fastenzeit schreibe um zu betonen, dass es eine christliche Praxis sein sollte die nicht auf diese Periode des Jahres beschränkt ist und um mich von dem ganzen narzisstischen Wellnessfasten abzuheben das heute Mode ist
Das Buch geht sehr detailliert auf die ganze Thematik ein und legt viele relevante Bibeltexte aus. Dabei scheut es sich nicht gleich am Anfang die Frage zu stellen ob Fasten für Christen überhaupt noch eine Bedeutung hat. Und selbst dieses Fundamentale Thema ist biblisch gesehen zwar klar aber dennoch komplex, da wir zur Ehre Gottes essen sollen (1. Kor. 10,31) und in späteren Zeiten Leute auftreten werden die verbieten werden die Speisen zu genießen die Gott geschaffen hat.(1.Timotheus 4,1-5) In dieser Spannung bewegt sich das Buch zwischen den Gefahren von Selbstverleugnung (Asketentum und Selbstgerechtigkeit) und der Maßlosigkeit die ein Ausdruck von Fleischlichkeit ist.
Hier noch einige Zitate die den Sinn von Fasten angehen (Inter-Varsity Press 2009):
S.19 Christliches Fasten ist ein Test um zu sehen welche Verlangen uns kontrollieren.
S.180 Fasten ist ein besonders passendes Mittel um Gott zu verherrlichen, denn es ist im Grunde ein Opfer der Leere zu Gott in Hoffnung. Es ist ein Opfer von Verlangen und Hunger. Es sagt aus sich selbst: “Vater ich bin leer aber du bist die Fülle. Ich bin Hungrig aber du bist das Brot des Himmels. Ich dürste aber du bist die Quelle des Lebens. Ich bin schwach aber du bist stark. Ich bin arm aber du bist reich. Ich bin töricht aber du bist weise. Ich bin zerbrochen aber du bist ganz. Ich sterbe aber deine Liebe ist besser als Leben” (Psalm 63:3) Wenn Gott dieses Bekenntnis von Bedürftigkeit und diesen Ausdruck von Vertrauen sieht, handelt er, denn die Herrlichkeit seiner allgenügsamen Gnade steht auf dem Spiel. Die Endgültige Anwort ist das Gott das Fasten belohnt, weil das Fasten den Schrei des Herzens ausdrückt das nichts auf der Erde deine Seele befriedigen kann als nur Gott.
Cover: Wenn wir kein starkes Verlangen nach der Manifestation von Gottes Herrlichkeit haben, dann ist das nicht weil wir tief getrunken haben und voll sind. Sondern weil wie solange am Tisch der Welt genippt haben, dass unsere Seele mit kleinen Dingen voll gestopft ist und es keinen Platz für das Große mehr gibt.
Fazit: Ein sehr gelungenes Buch in dem man viel mitdenken muss und sehr herausgefordert wird. Die Bibliography ist mit Vorsicht zu genießen, da darin vorsichtig gesagt auch christliche Wirrköpfe vertreten sind. (Worauf der Autor auch hinweist!) Ich würde das Buch gerne auch in einer deutschen Übersetzung sehen, bis dann bleibt es den englisch lesenden vorbehalten.
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